15 geöffnete Denkmäler, Einblicke hinter historische Fassaden und Begegnungen mit Menschen, die Seligenstadts Geschichte bewahren: Die Stadt und Bürgermeister Dr. Daniell Bastian blicken positiv auf den Tag des offenen Denkmals am vergangenen Sonntag zurück. Neben zahlreichen Seligenstädterinnen und Seligenstädtern nutzten auch viele Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung die Gelegenheit, die Geschichte und Baukultur der Stadt zu entdecken.
Das Wichtigste kompakt
- Am vergangenen Sonntag öffneten in Seligenstadt insgesamt 15 Denkmäler ihre Türen.
- Besondere Einblicke boten die virtuelle Darstellung der ehemaligen Synagoge und die Stuckdecke im Einhardhaus. Kinder konnten bei einer Stempelaktion auf Entdeckungstour gehen.
- Bürgermeister Daniell Bastian würdigte das Interesse an der Stadtgeschichte und den Einsatz der Mitwirkenden.
- Der bundesweite Aktionstag stand 2026 unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Seit 1993 wirbt er in Deutschland für das Verständnis und den Erhalt von Denkmälern.
Historische Fassaden und virtuelle Einblicke
Von Beginn des Tages an herrschte eine lebendige und angenehme Atmosphäre. Interessierte besuchten die geöffneten Denkmäler, nahmen an Führungen teil und kamen mit den Mitwirkenden ins Gespräch. Dabei rückten auch Details in den Blick, die im Alltag leicht übersehen werden. Besonders erfreulich sei gewesen, dass das Angebot neben Einheimischen viele auswärtige Gäste nach Seligenstadt geführt habe.
Ein besonderes Erlebnis bot die digitale Darstellung der ehemaligen Seligenstädter Synagoge. Mit einer VR-Brille konnten Besucherinnen und Besucher virtuell in das einstige Gebäude eintauchen und sich einen Eindruck von seinem früheren Aussehen verschaffen.

Auch die Stuckdecke im Einhardhaus zog nach Angaben der Stadt viele Interessierte an. Sie zeigte beispielhaft, welche besonderen handwerklichen und gestalterischen Details sich hinter den historischen Fassaden Seligenstadts verbergen.
Mit Stempelkarte auf Entdeckungstour
Für die jüngsten Besucherinnen und Besucher gab es eine Stempelaktion. Sie führte zahlreiche Kinder durch die teilnehmenden Denkmäler, an denen sie jeweils einen Stempel sammeln konnten. Mit einer vollständig gestempelten Karte ging es anschließend in die Tourist-Info. Dort warteten eine Urkunde und ein kleines Geschenk auf die jungen Entdeckerinnen und Entdecker. Nach Einschätzung der Stadt wurde die Aktion sehr gut angenommen und bereitete den Kindern viel Freude.
Bürgermeister würdigt Interesse und Engagement
Bürgermeister Dr. Daniell Bastian hebt in seinem Rückblick besonders den persönlichen Einsatz der Mitwirkenden hervor: „Der Tag des offenen Denkmals lebt vor allem von den Menschen, die sich mit viel Leidenschaft für unsere Denkmäler engagieren und ihr Wissen mit anderen teilen.“
Auch die Resonanz bewertet er positiv: „Die vielen positiven Gespräche und die große Zahl an interessierten Besucherinnen und Besuchern haben gezeigt, wie groß die Verbundenheit mit unserer Stadtgeschichte ist und wie viel Neugier auf die besonderen Orte und Geschichten dahinter besteht.“
Die Stadt Seligenstadt dankt allen beteiligten Vereinen, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie den ehrenamtlich Engagierten. Mit Führungen, Informationen, besonderen Einblicken und ihrem persönlichen Einsatz hätten sie zum Gelingen des Tages beigetragen.
Das Motto: Denkmäler als Verbindungen
Das bundesweite Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ richtete den Blick in diesem Jahr auf historische Bauwerke und technische Anlagen, die Menschen miteinander verbinden oder ihren Alltag ermöglichen. Dazu gehören etwa Brücken, Bahnhöfe und Wassertürme, aber auch Schulen, Rathäuser und andere Einrichtungen der Versorgung und des Zusammenlebens. Zugleich lenkte das Motto die Aufmerksamkeit auf die Menschen und Gemeinschaften, die sich um Denkmäler kümmern.
Von Frankreich über Hessen nach ganz Deutschland
Die Idee für den Aktionstag entstand 1984 in Frankreich. Der damalige Kulturminister Jack Lang rief einen Tag der offenen Türen in historischen Bauwerken ins Leben. Die Resonanz war so groß, dass weitere europäische Länder dem Beispiel folgten. 1991 griff der Europarat die Initiative auf und begründete die European Heritage Days.
Hessen gehörte in Deutschland zu den Vorreitern. Gottfried Kiesow, damals Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, initiierte bereits 1991 einen Tag der offenen Tür für hessische Kulturdenkmäler. Später setzte er sich dafür ein, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die bundesweite Koordination übernahm.
Der erste bundesweite Tag des offenen Denkmals fand 1993 statt. Schon damals beteiligten sich rund 1.200 Städte und Gemeinden mit etwa 3.500 Denkmälern. Seitdem koordiniert die Stiftung den deutschen Beitrag zu den European Heritage Days. Der Aktionstag findet jährlich am zweiten Sonntag im September statt.
Geschichte erleben und für ihren Erhalt gewinnen
Die Motivation dahinter ist, Menschen durch eigene Entdeckungen für das kulturelle Erbe zu interessieren. Kostenfreie Besuche und Führungen eröffnen Zugänge zu Orten, die sonst häufig verschlossen bleiben, und zeigen unbekannte Seiten vertrauter Gebäude. Sie sollen verständlich machen, was Denkmäler auszeichnet und weshalb sie schützenswert sind.
Gleichzeitig macht der Tag die Arbeit hinter ihrem Erhalt sichtbar. Eigentümer, Vereine, Handwerker und Ehrenamtliche können ihr Wissen weitergeben, Restaurierungsarbeiten erklären und auf Schwierigkeiten bei der Pflege historischer Bauten aufmerksam machen. Ziel ist es, bei Jung und Alt Verständnis für Denkmalschutz zu wecken und weitere Menschen dafür zu gewinnen, das kulturelle Erbe für kommende Generationen zu bewahren.
jepu