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Seligenstädter tegut-Märkte: Edeka und Netto als Nachfolger im Gespräch

Die Seligenstädter tegut-Märkte stehen vor einem Wechsel. An der Steinheimer Straße zeichnet sich eine Zukunft bei Netto ab.

Eingang des tegut-Marktes in der Steinheimer Straße mit orangefarbenem tegut-Logo über der Glasfront.
Der tegut-Markt in der Steinheimer Straße wurde im November 2024 eröffnet. Für den Standort zeichnet sich eine Zukunft bei Netto Marken-Discount ab. Foto: jepu

In Seligenstadt steht ein Wechsel bei zwei Supermärkten bevor: Die tegut-Standorte sollen in den Edeka-Verbund wechseln. Dabei zeichnet sich für den jüngeren Markt an der Steinheimer Straße eine Zukunft bei Netto Marken-Discount ab.

Das Wichtigste kompakt

Zwei Standorte, unterschiedliche Perspektiven

Die Übernahme durch den Edeka-Verbund bedeutet für Seligenstadt voraussichtlich nicht zwei neue Edeka-Supermärkte. Für den bisherigen tegut in der Frankfurter Straße ordnet die Unternehmenszentrale den Standort Edeka Südwest zu. Übernehmen wird ihn Edeka Ermel, wie der Betreiber im Telefongespräch mit Seligenstadt Kompakt bestätigte. Nach seinen Angaben geht es am 1. November los; für den Umbau sind rund eineinhalb Wochen vorgesehen. Ermel betreibt bereits den Edeka-Markt in Dudenhofen und freut sich auf den neuen Standort in Seligenstadt. Das Personal des tegut-Marktes in der Frankfurter Straße werde übernommen. Auch Beschäftigte aus dem Markt in der Steinheimer Straße, die zu ihm wechseln möchten, könnten sich gerne melden.

Den Hinweis auf eine mögliche Zukunft des Marktes in der Steinheimer Straße bei Netto gab die Edeka-Zentrale auf Nachfrage von Seligenstadt Kompakt: Für weitere Informationen zu diesem Standort verwies sie ausdrücklich an Netto Marken-Discount. Eine ausdrückliche Bestätigung, dass dort ein Netto-Markt eröffnet, ist das noch nicht. Das spricht dort für einen Wechsel zum Discounter; ein konkretes Betriebskonzept und ein Eröffnungstermin unter neuer Marke sind noch nicht bekannt.

Damit steht gerade der jüngere der beiden Standorte vor einer möglichen Neuausrichtung. Der tegut-Markt in der Steinheimer Straße eröffnete erst am 21. November 2024. Auf rund 1.200 Quadratmetern bot er zum Start etwa 18.500 Produkte, darunter 3.800 Bio-Produkte sowie fast 1.000 regionale und lokale Artikel. Hinzu kamen eine Frischetheke und eine Bäckereifiliale mit Sitzbereich.

Mit dem zweiten Markt wollte tegut damals die Kundschaft auf der anderen Seite der Bahnlinie besser erreichen. Den Standort an der Frankfurter Straße gab es zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als zehn Jahren.

Was sich beim Einkaufen ändern könnte

Für die Kundschaft ist vor allem entscheidend, welche Angebote nach dem Wechsel bleiben. Das betrifft das Bio-Sortiment ebenso wie die Frischetheken, regionale Produkte und die Backwarenversorgung. Für die beiden Seligenstädter Standorte sind diese Einzelheiten bislang ebenso offen wie die künftigen Öffnungszeiten. Für die Steinheimer Straße sind auch mögliche Umbaupausen noch nicht bekannt.

Grundsätzlich plant Edeka, die übernommenen Märkte schrittweise in seinen Verbund einzugliedern und in die Standorte zu investieren. Das Unternehmen kündigt eine größere Sortimentsvielfalt und bessere Chancen für regionale und lokale Lieferanten an. Auch die künftig von Netto betriebenen Filialen sollen wirtschaftlich stabilisiert und weitergeführt werden. Welche Veränderungen das jeweils vor Ort bedeutet, steht damit noch nicht fest.

Perspektive für Beschäftigte – örtliche Details noch offen

Bundesweit hat das Bundeskartellamt die Übernahme von 178 tegut-Standorten freigegeben. Edeka spricht für dieses Paket von einer Zukunftsperspektive für rund 3.700 Beschäftigte, darunter 190 Auszubildende. Wie viele Menschen in den beiden Seligenstädter Märkten arbeiten und zu welchen Bedingungen sie künftig beschäftigt werden, ist bisher nicht bekannt.

Warum tegut verkauft wird

Die Schweizer Eigentümerin Migros Zürich hatte zunächst versucht, tegut durch eine Sanierung wieder wirtschaftlich aufzustellen. Einsparungen brachten zwar eine deutliche Verbesserung, reichten aber nicht für die Rückkehr in die Gewinnzone: Für 2025 bezifferte Migros den Verlust auf 26 Millionen Schweizer Franken, nach 55 Millionen Franken im Vorjahr. Gleichzeitig sank der Umsatz in Landeswährung um 3,1 Prozent.

Nach Einschätzung von Migros fehlte tegut angesichts des verschärften Wettbewerbs, seiner besonderen Positionierung und der vergleichsweise kleinen Unternehmensgröße eine langfristig tragfähige wirtschaftliche Perspektive. Auch ein Verkauf der gesamten Kette an einen bislang nicht in Deutschland vertretenen Händler ließ sich nach Unternehmensangaben nicht verwirklichen.

Am 11. März 2026 kündigte Migros Zürich deshalb den Rückzug aus Deutschland an. Die Märkte sollen an andere Handelsunternehmen übergehen; die Eigentümerin konzentriert sich künftig auf den Schweizer Markt. Die Entscheidung betrifft die gesamte tegut-Gruppe. Über die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Seligenstädter Filialen sagen die veröffentlichten Zahlen nichts aus.

Quelle: Edeka-Zentrale und Medienstelle Migros Zürich, Auskünfte vom 29. September 2026; Migros Zürich vom 11. März 2026 und 24. März 2026; tegut vom 21. November 2024, jepu

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