Verkehr & Stadtentwicklung

Seligenstadts Straßenbeleuchtung ist komplett auf LED umgestellt

Rund 2.500 Straßenleuchten sind auf LED umgestellt. Nachts wird gedimmt, auf beleuchteten Radwegen helfen Sensoren.

Schwarzer LED-Leuchtenkopf an einem verzinkten Mast vor blauem Himmel.
Rund 2.500 Leuchten wurden im gesamten Stadtgebiet auf LED umgestellt. Nachts reduziert die Stadt zusätzlich deren Leistung. Bild: Stadt Seligenstadt

Die Straßenbeleuchtung gehört zu den größten Stromverbrauchern der Stadt. Mit der jetzt abgeschlossenen LED-Umstellung will Seligenstadt Energie sparen und zugleich Insekten besser schützen.

Das Wichtigste kompakt

Einer der größten Stromverbraucher der Stadt

Bürgermeister Dr. Daniell Bastian sieht in der Umrüstung ein wichtiges Projekt für Umwelt und Nachhaltigkeit. „Die Straßenbeleuchtung und das Schwimmbad, das sind unsere zwei größten Stromfresser“, sagt er. Beim Schwimmbad falle insbesondere der Betrieb der Pumpen während der Sommersaison ins Gewicht.

Mit der Umstellung der Straßenbeleuchtung spare die Stadt erheblich Strom, erklärt Bastian. „Lasst uns konkret an Projekten arbeiten und hier was machen“, beschreibt er seinen Ansatz. Bei der Umrüstung habe die Stadt zunächst die Hauptdurchgangsstraßen und anschließend die Nebenstraßen in den Blick genommen.

Straßenlaterne neben einem eingezäunten Schulgelände mit Bäumen.
Auch an der Emmaschule gehört LED-Technik inzwischen zur Straßenbeleuchtung. Die Umstellung erfolgte über mehrere Jahre hinweg. Bild: Stadt Seligenstadt

Von drei Testleuchten zur vollständigen Umrüstung

Die ersten drei LED-Leuchten wurden 2010 im Stadtgraben testweise eingesetzt. Nach Angaben der Stadt funktionieren sie bis heute. Anschließend wurde die Technik bei Straßen- und Gehwegsanierungen schrittweise erprobt und eingebaut.

Eine erste größere Maßnahme war 2013 die Sanierung der Würzburger Straße und der Einhardstraße. Mit einer Förderung des Bundesumweltministeriums wurden damals 186 Leuchten auf LED umgerüstet. Eine weitere Förderung ermöglichte 2017 den Austausch von rund 260 Leuchten im Stadtgebiet.

Auch die Altstadtleuchten wurden in größerem Umfang umgestellt. Bei Straßensanierungen und beim Neubau setzte die Stadt ebenfalls auf die energiesparende Technik.

Hintergrund: Warum sich LED-Beleuchtung rechnet

LED-Leuchten erzeugen mit weniger Strom die benötigte Helligkeit. Ihr Licht lässt sich außerdem gezielt auf Straßen und Wege lenken. Gute LED-Systeme halten lange – dadurch müssen Leuchtmittel seltener ausgetauscht werden. Das spart neben Strom auch Arbeitszeit und Einsätze mit dem Hubsteiger. Mit geeigneter Steuerung lassen sie sich zudem dimmen und über Sensoren bedarfsgerecht betreiben.

Dass die Technik inzwischen ganze Städte beleuchten kann, ist das Ergebnis jahrelanger Entwicklung: LEDs wurden leistungsfähiger, Lichtqualität und Leuchtentechnik verbesserten sich, zugleich sanken die Herstellungskosten. Der flächendeckende Einsatz ist deshalb längst möglich – auch Seligenstadts erste Testleuchten stammen bereits von 2010. Wirtschaftlich entscheidend sind die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer: Eine höhere Anfangsinvestition kann sich durch geringeren Stromverbrauch und weniger Wartung ausgleichen.

Sensoren an Radwegen

Seit 2023 stattet die Stadt ihre beleuchteten Radwege mit Radarsensoren aus. Die Technik funktioniert ähnlich wie ein Bewegungsmelder. Inzwischen sind alle beleuchteten Radwege sowie die außenliegenden land- und forstwirtschaftlichen Wege entsprechend umgerüstet.

Asphaltierter Weg mit Straßenlaternen neben einer Hecke und einem Zaun.
Beleuchtung an der Bahntrasse: Auf beleuchteten Radwegen setzt die Stadt inzwischen zusätzlich auf Radarsensoren. Bild: Stadt Seligenstadt

Wärmeres Licht soll Insekten schützen

Während anfangs Leuchten mit einer Farbtemperatur von 4.000 Kelvin eingesetzt wurden, verwendet die Stadt bei den jüngsten Umrüstungen wärmeres Licht mit 3.000 Kelvin. Der geringere Blauanteil soll Insekten besser schützen. Außerdem wird das Licht gezielter nach unten auf die Straßen gerichtet und streut weniger in den Himmel.

„Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Energiesparen sowie für den Umwelt- und Artenschutz“, sagt Bastian.

Zusätzlich reduziert die Stadt nachts die Leistung der Leuchten: Zwischen 22 und 6 Uhr werden sie um 50 Prozent gedimmt.

Straßenlaterne an einer Wohnstraße mit Gehweg, Hecken und Häusern.
Neue Beleuchtung in der Wilhelm-Leuschner-Straße ab der Danziger Straße. Die nächtliche Dimmung soll zusätzlich Energie sparen. Bild: Stadt Seligenstadt

Quelle: Stadt Seligenstadt, US-Energieministerium, jepu

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