Vereine & Ehrenamt

Ein Bündnis gegen Depression sucht Verbündete

Das Seligenstädter Bündnis gegen Depression sucht Mitstreitende und Räume. Ein Interview mit Marion Sehr und Dr. Kristina Ulrich.

Zwei Frauen stehen nebeneinander in einem hellen Raum. Eine trägt eine weiße Bluse und Jeans, die andere ein schwarzes Kleid und eine Brille. An der Wand hängt ein abstraktes Bild.
Das Seligenstädter Bündnis gegen Depression wünscht sich weitere ehrenamtliche Mitstreitende und bezahlbare Räume in Seligenstadt.

Depressionen sichtbar machen, Menschen zusammenbringen und Unterstützung organisieren: Dafür engagieren sich Marion Sehr und Dr. Kristina Ulrich im Seligenstädter Bündnis gegen Depression. Im Gespräch erzählen sie von Widerständen, wachsendem Hilfebedarf und der Hoffnung auf mehr Unterstützung aus ihrer Heimatstadt.

Der Weg zu diesem Gespräch führte gewissermaßen durch die Hecke. Von der Seligenstädter Stadtgrenze sind es nur wenige hundert Meter über einen kleinen Weg bis an den Ortsrand von Hainburg-Klein-Krotzenburg. Hier hat das Seligenstädter Bündnis gegen Depression seine Vereinsräume bezogen – nicht ganz freiwillig, sondern weil sich bislang keine geeigneten und bezahlbaren Räume in Seligenstadt finden ließen. Wer zum ersten Mal kommt, braucht eine Wegbeschreibung. Denn das Bündnis ist im ersten Stock eines Gewerbegebäudes untergebracht. Doch hinter der nüchternen Fassade erwartet die Besucher ein geschmackvoll eingerichteter Raum, in dem man sich gleich wohlfühlt.

Hier treffe ich Marion Sehr und Dr. Kristina Ulrich. Beide gehören zu den treibenden Kräften des Vereins. Wir sprechen darüber, warum Seligenstadt ein Bündnis gegen Depression brauchte, wie aus einer Idee ein umfangreiches Hilfsangebot wurde und was es für die beiden bedeutet, dass die Stadt Seligenstadt den Verein erstmals als förderungswürdig anerkannt hat.

Wie alles begann

Frau Sehr, Frau Ulrich, stellen Sie sich doch zunächst einmal kurz vor. Wer sind Sie, und was verbindet Sie mit dem Bündnis gegen Depression?

Marion Sehr: Ich lebe seit etwa 20 Jahren in Seligenstadt und bin Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin mit eigener Praxis. Ich habe das Seligenstädter Bündnis gegen Depression gegründet und bin Vorstandsvorsitzende.

Dr. Kristina Ulrich: Ich bin promovierte Biologin mit Schwerpunkt Virologie und arbeite als Unternehmensberaterin, hauptsächlich im Projektmanagement und in der Prozessoptimierung. Das Thema mentale Gesundheit hat mich schon immer interessiert. Gerade während der Pandemie habe ich mich intensiv mit der Frage beschäftigt, was die Maßnahmen mit den Menschen auf sozialer und zwischenmenschlicher Ebene machen. Marion und ich kennen uns schon lange und sind auch befreundet. Dadurch habe ich die Entwicklung des Bündnisses von Anfang an mitbekommen und wollte mich schließlich selbst einbringen.

Frau Sehr, was war der Auslöser dafür, dass Sie ein Bündnis gegen Depression gegründet haben? Es ist ja nicht selbstverständlich, dass sich jemand neben einer psychotherapeutischen Praxis auch noch ehrenamtlich in diesem Umfang engagiert.

Marion Sehr: Es gab tatsächlich Stimmen in Seligenstadt, die vermuteten, ich wolle mit dem Verein neue Patienten für meine Praxis gewinnen, weil ich angeblich nicht genug hätte.

Der eigentliche Auslöser war aber ein Projekt der Robert-Enke-Stiftung. Nach dem Tod des Fußballtorwarts Robert Enke setzt sich seine Witwe Teresa Enke mit der Stiftung dafür ein, über Depressionen aufzuklären. Besonders beeindruckt hat mich das Projekt „Impression Depression“. Dabei wird mithilfe von Virtual Reality versucht, Menschen, die selbst nicht an Depressionen leiden, einen Eindruck davon zu vermitteln, wie sich die Erkrankung anfühlen kann.

Ich habe die Stiftung angeschrieben und tatsächlich die Zusage bekommen, diese Ausstellung nach Seligenstadt zu holen. Das war etwas Besonderes, denn normalerweise wurde sie damals vor allem an Kliniken und Universitäten gezeigt.

Dazu haben wir ein Theaterstück zum Thema Depression, „Der schwarze Hund“, organisiert und einen Trialog angeboten, also einen Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten.

Wie wurde das damals in Seligenstadt aufgenommen?

Marion Sehr: Es war nicht einfach. Wir hatten Schwierigkeiten, überhaupt Plakate aufzuhängen. Gerade in Geschäften gab es Vorbehalte, weil man befürchtete, das Wort „Depression“ könnte geschäftsschädigend sein.

Gleichzeitig kamen unglaublich viele Menschen zu unseren Veranstaltungen, gerade zum Trialog. Dort wurde mir klar, wie groß das Bedürfnis nach Austausch eigentlich ist. Es gab so viele Betroffene und Angehörige, die miteinander sprechen wollten.

Später habe ich bei einer Veranstaltung die regionalen Bündnisse gegen Depression kennengelernt. Da dachte ich: Das brauchen wir auch in Seligenstadt.

Und wie wurde aus dieser Idee schließlich ein Verein?

Marion Sehr: Bei den ersten Veranstaltungen konnten Interessierte sich in Listen eintragen. Diese Menschen habe ich später angeschrieben, und daraus entstanden mehrere Treffen. Irgendwann war klar, dass wir einen Verein gründen wollen.

Dann musste ich mich erst einmal damit beschäftigen, was man dafür alles braucht: eine Satzung, Gründungsmitglieder und die ganze Organisation. Das war für mich Neuland. 2022 haben wir schließlich gegründet.

Für unsere große Auftaktveranstaltung haben wir wochenlang gearbeitet. Rund 400 Menschen kamen. Wir konnten Bürgermeister Dr. Bastian und Henni Nachtsheim als Schirmherren gewinnen. Das war ein großartiger Anfang.

Fünf Frauen tragen den Verein

Wie ist das Bündnis heute aufgestellt? Wie viele Mitglieder haben Sie, und wer übernimmt die Arbeit?

Dr. Kristina Ulrich: Wir haben derzeit ungefähr 80 Mitglieder. Der eigentliche Motor des Vereins ist aber ein richtiges Frauen-Powerhouse. Wir sind fünf Frauen, die die Arbeit im Wesentlichen stemmen.

Marion Sehr: Wobei wir in dieser Stärke und Stabilität auch erst seit einem halben bis dreiviertel Jahr zusammenarbeiten. Vorher haben wir vieles zu zweit gemacht.

Dr. Kristina Ulrich: Inzwischen haben wir eine klare Aufgabenverteilung. Eine Mitstreiterin koordiniert die Selbsthilfegruppen, eine andere kümmert sich um die Pressearbeit und unterstützt bei Infoständen. Eine weitere übernimmt vor allem die Organisation von Veranstaltungen und Infoständen. Marion und ich machen dann alles andere, was im Hintergrund noch anfällt. Und das ist eine ganze Menge.

Was bietet das Bündnis den Menschen inzwischen konkret an?

Marion Sehr: Wir haben aktuell fünf Selbsthilfegruppen. Die ersten Gruppen sind relativ bald nach unserer Vereinsgründung entstanden. Anfangs haben wir viele Trialoge veranstaltet, bei denen teilweise 30 oder 40 Menschen zusammenkamen.

Dann habe ich einen Workshop organisiert, zu dem wir Menschen eingeladen haben, die sich für Selbsthilfe interessierten. Wir haben geschaut, wer selbst betroffen ist und wer als Angehöriger Unterstützung sucht. Daraus entstanden die ersten Gruppen.

Die Gruppen arbeiten inzwischen sehr stabil. Natürlich kommen immer wieder Menschen dazu, andere gehen. Aber das Angebot hat sich etabliert.

Wie entwickelt sich die Nachfrage?

Dr. Kristina Ulrich: Wir erleben gerade einen deutlichen Anstieg. Lange Zeit blieb die Zahl der Anfragen relativ konstant. Inzwischen melden sich sehr viel mehr Menschen bei uns, darunter auch Menschen, bei denen eine Depression gar nicht die eigentliche Diagnose ist.

Viele sind verzweifelt, weil sie anderswo keine Hilfe finden. Wir erleben, wie knapp die Kapazitäten im Versorgungssystem sind. Auch die Diskussion über geplante Einschnitte in der psychotherapeutischen Versorgung macht uns zusätzliche Sorgen.

Marion Sehr: Ich sehe das auch in meiner eigenen Praxis. Der Mangel an Therapieplätzen besteht seit Jahren. Die Zahlen, nach denen die Versorgung und die Zahl der Kassensitze berechnet werden, bilden den tatsächlichen Bedarf meiner Ansicht nach überhaupt nicht mehr ab.

Wenn Sie mich fragen, wie die psychotherapeutische Versorgung in Seligenstadt und Umgebung aussieht, dann sage ich: katastrophal. Und bei Kindern und Jugendlichen ist die Situation teilweise noch schwieriger.

Wir rechnen deshalb damit, weitere zwei oder drei Selbsthilfegruppen aufbauen zu müssen.

Kann die Selbsthilfe denn wenigstens einen Teil dieser Versorgungslücke auffangen?

Marion Sehr: Da muss man sehr vorsichtig sein. Eine Selbsthilfegruppe ersetzt keine Psychotherapie. Sie kann aber eine wertvolle Ergänzung sein.

Menschen, die auf einen Therapieplatz warten, können durch eine Selbsthilfegruppe bereits Unterstützung und soziale Kontakte finden. Und auch nach einer Therapie kann die Teilnahme helfen, Rückfällen vorzubeugen.

Aber wir müssen genau schauen, welches Angebot für wen geeignet ist. Menschen mit Depressionen haben andere Bedürfnisse als Menschen mit ADHS oder einer posttraumatischen Belastungsstörung. Deshalb führen wir vor der Aufnahme Gespräche und klären, welche Erwartungen jemand an die Selbsthilfe hat.

Was uns bei den vielen Anfragen besonders auffällt: Ganz häufig geht es nicht nur um die Erkrankung selbst, sondern um den Wunsch nach sozialen Kontakten.

Also auch um Einsamkeit?

Marion Sehr: Genau. Für viele Menschen ist es eine enorme Hürde, überhaupt den ersten Schritt zu machen und in eine Gruppe zu gehen. Da braucht es manchmal viel Mut.

Wir überlegen deshalb, zusätzlich ein Angebot zu schaffen, bei dem nicht eine bestimmte Erkrankung im Mittelpunkt steht, sondern vor allem die Begegnung und der Austausch mit anderen.

Einfach vorbeikommen – aber nicht in jede Gruppe

Wie finden Menschen, die Unterstützung suchen, den Weg zu Ihnen?

Marion Sehr: Über unsere Website, über Empfehlungen, über die Selbsthilfekontaktstellen und natürlich über unsere Öffentlichkeitsarbeit. Wir haben eine Ansprechpartnerin für die Selbsthilfegruppen und eine eigene E-Mail-Adresse dafür.

Wichtig ist uns, dass die Gruppen geschützte Räume bleiben. Niemand kann einfach unangemeldet bei einer Selbsthilfegruppe erscheinen. Zunächst gibt es einen Kontakt und ein Gespräch. Wir müssen schließlich auch dafür sorgen, dass das Vertrauen innerhalb der Gruppen erhalten bleibt.

Dr. Kristina Ulrich: Deshalb haben wir zusätzlich den „Komm-Vorbei-Treff“ eingerichtet. Der findet jeden zweiten Mittwoch im Monat hier in unseren Vereinsräumen statt. Da kann wirklich jeder ohne Anmeldung vorbeikommen, Fragen stellen oder einfach mit anderen Menschen zusammen sein.

Beim letzten Treffen hatten wir einen unglaublichen Andrang. Viele Besucher wollten gar nicht unbedingt ein bestimmtes Problem besprechen, sondern einfach unter Menschen sein.

Gibt es Begegnungen, die Ihnen besonders deutlich gezeigt haben, dass Ihre Arbeit etwas bewirkt?

Marion Sehr: Für mich sind das oft die Begegnungen an unseren Infoständen. Wir werden regelmäßig zu Gesundheitstagen oder Veranstaltungen für Senioren eingeladen, übrigens häufiger außerhalb Seligenstadts als hier in der Stadt.

Da kommen Menschen an unseren Stand und erzählen uns ihre Geschichten. Manche sind selbst betroffen, andere kennen jemanden mit einer Depression. Auch Suizidalität ist immer wieder ein Thema.

Oft hören wir: „Ich wusste gar nicht, dass es Sie gibt.“ Oder die Menschen sagen einfach, wie gut sie es finden, dass jemand diese Themen anspricht.

Das sind die Momente, die mich motivieren, weiterzumachen. Denn hinter all diesen Angeboten steckt natürlich sehr viel ehrenamtliche Arbeit.

Anerkennung durch die Stadt – aber reicht das?

Jetzt hat die Stadt Seligenstadt Ihr Bündnis erstmals in die Vereinsförderung aufgenommen. Was bedeutet Ihnen diese Anerkennung?

Marion Sehr: Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Für uns ist das ein wichtiger Schritt, weil unsere Arbeit damit auch offiziell als förderungswürdig anerkannt wird. Das hat gerade in Seligenstadt eine besondere Bedeutung.

Dr. Kristina Ulrich: Wir sind auf jeden Fall dankbar für die Unterstützung. Gleichzeitig stellt sich für uns die Frage, ob ein Verein wie unserer mit den üblichen Kriterien der Vereinsförderung überhaupt angemessen bewertet werden kann.

Die Förderung orientiert sich ja unter anderem an den Mitgliederzahlen. Aber wir sind kein klassischer Mitmachverein wie beispielsweise ein Sportverein. Bei uns wird man Mitglied, weil man die Sache und unsere Arbeit unterstützen möchte.

Wir betreuen und erreichen sehr viel mehr Menschen, als wir Mitglieder haben. Gleichzeitig müssen wir viele Angebote organisieren und haben entsprechende Ausgaben. Da sind die Förderbeträge natürlich sehr begrenzt.

Das heißt, die Zahl der Vereinsmitglieder bildet überhaupt nicht ab, wie viele Menschen von Ihrer Arbeit profitieren?

Marion Sehr: Genau. Niemand, der unsere Selbsthilfegruppen besucht, muss Vereinsmitglied werden. Das verlangen wir ganz bewusst nicht.

Wir haben es mit Menschen zu tun, die teilweise gar nicht möchten, dass bekannt wird, dass sie unsere Angebote nutzen oder unseren Verein unterstützen.

Trotzdem benötigen wir Geld. Wir müssen Räume mieten, Informationsmaterial finanzieren und Projekte organisieren. Dafür beantragen wir immer wieder Fördermittel, beispielsweise bei den gesetzlichen Krankenkassen. Auch das ist jedes Mal mit viel Arbeit verbunden.

Deshalb ist die städtische Anerkennung wichtig. Aber die üblichen Maßstäbe greifen bei einem Verein wie unserem zu kurz.

Wäre es nicht gerade deshalb wichtig, dass sich auch mehr Menschen und Institutionen in Seligenstadt mit dem Bündnis verbunden fühlen?

Marion Sehr: Das ist tatsächlich einer unserer größten Wünsche.

Wir haben bereits Bündnispartner, darunter die Asklepios-Klinik. Auch mit der Stadt gibt es inzwischen mehr Zusammenarbeit. Besonders Amtsleiter Gerrit Kratz engagiert sich für unsere Themen.

Aber ein Bündnis sollte eigentlich von vielen Menschen und Organisationen getragen werden. Im Moment sind es immer noch relativ wenige, die die eigentliche Arbeit leisten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn sich weitere Vereine, Institutionen oder Einzelpersonen finden, die mit uns zusammenarbeiten und unsere Themen unterstützen möchten.

Mehr Räume, mehr Unterstützung und neue Ideen

Wir sitzen hier in Klein-Krotzenburg, obwohl Ihr Verein in Seligenstadt gegründet wurde. Wie kam es dazu, und was wünschen Sie sich räumlich für die Zukunft?

Marion Sehr: Wir sind froh, überhaupt erstmals einen eigenen Vereinsraum zu haben. Aber natürlich hätten wir gerne bezahlbare Räume in Seligenstadt.

Der Verein wurde dort gegründet, meine Praxis war früher auch in Seligenstadt, und der Bezug zur Stadt ist uns wichtig.

Am liebsten hätten wir zwei oder sogar drei Räume. Dann könnten beispielsweise mehrere Selbsthilfegruppen gleichzeitig tagen. Außerdem könnten wir weitere Angebote aufbauen, etwa eine Beratung oder eine telefonische Sprechstunde an einem halben Tag in der Woche.

Es gibt durchaus Kolleginnen und Kollegen, die uns dabei unterstützen würden. Aber ohne geeignete Räume ist das schwierig.

Dr. Kristina Ulrich: Und eine Bürokraft wäre großartig!

Marion Sehr: Ja, unbedingt. Jemand, der uns die organisatorische Arbeit abnimmt. Wir könnten eine Koordinatorin wirklich gut gebrauchen. Aber dafür müssen wir erst einmal die finanziellen Mittel haben.

Sie haben außerdem schon neue Veranstaltungen für das kommende Jahr geplant. Was steht an?

Marion Sehr: Im Februar feiern wir unser fünfjähriges Bestehen. Dafür bereiten wir eine besondere Veranstaltung vor, die sich von den üblichen Vereinsjubiläen unterscheiden soll.

Außerdem planen wir fünf Fachvorträge mit Expertinnen und Experten aus Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie.

Und ich habe noch ein weiteres Projekt, das mir sehr am Herzen liegt. Ich habe auch die Künstlerunion Bohemian Arts, kurz KUBA, gegründet. Wir arbeiten an einer großen Musicalproduktion für das Capitol in Offenbach.

Das ist für mich eine wunderbare Verbindung. Wir können die Themen, um die es uns im Bündnis geht, auf künstlerische Weise vermitteln. Denn über Kunst erreichen wir manchmal Menschen, die wir mit einem Vortrag oder einem Flyer nicht erreichen würden.

Frau Ulrich, Musik spielt auch für Sie persönlich eine wichtige Rolle, oder?

Dr. Kristina Ulrich: Ja, ich bin Hobbymusikerin und habe eine Band. Wir haben gerade erst ein Benefizkonzert unter dem Titel „Sound for Good“ veranstaltet.

Das war ein besonderes Erlebnis. Die Menschen haben getanzt, manche haben geweint. Da hat man gesehen, wie viel Musik emotional auslösen kann.

Manchmal erreicht man Menschen eben nicht durch Informationsmaterial, sondern durch Musik und die Gefühle, die damit verbunden sind.

Ich würde solche Veranstaltungen gerne gemeinsam mit dem Bündnis weiter ausbauen, am liebsten auch in Seligenstadt.

Marion Sehr: Das Konzert fand in Hanau statt, weil uns dort ein Gastronom seine Räumlichkeiten angeboten hat. Er kannte unsere Arbeit und wollte uns unterstützen.

Es wäre natürlich schön, wenn wir solche Möglichkeiten künftig auch stärker in Seligenstadt hätten.

Zum Abschluss: Wenn Sie sich für die nächsten Jahre etwas wünschen dürften, was wäre das?

Marion Sehr: Dass das Bündnis tatsächlich zu einem Bündnis wird, das von vielen Menschen getragen wird. Dass mehr Menschen und Vereine sagen: Wir wollen diese Arbeit unterstützen, wir wollen mitmachen und etwas beitragen.

Und natürlich wünsche ich mir, dass wir geeignete und bezahlbare Räume in Seligenstadt finden. Mit mehr Platz und mehr Unterstützung könnten wir noch viel mehr aufbauen.

Dr. Kristina Ulrich: Ich wünsche mir, dass wir unsere Angebote weiterentwickeln können und noch mehr Menschen erreichen. Wir sehen ja jeden Tag, wie groß der Bedarf ist.

Marion Sehr: Wir arbeiten alle in unseren Berufen und machen diese Vereinsarbeit zusätzlich. Viele andere Bündnisse sind organisatorisch an Kliniken oder Gesundheitsämter angebunden. Bei uns läuft alles ehrenamtlich. Deshalb wäre jede Form von zusätzlicher Unterstützung eine große Hilfe.

Vielen Dank für das Gespräch.

Quelle: Eigenes Interview, jepu

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