66.616 Tagesgäste haben in der Saison 2026 Eintrittskarten für das Seligenstädter Freibad gekauft – rund 16.000 mehr als im Vorjahr. Bürgermeister Dr. Daniell Bastian machte zugleich deutlich: Hinter der starken Saison stehen hohe Betriebskosten und ein Freibad mit erheblichem Sanierungsbedarf.
Das Wichtigste kompakt
- 66.616 Tagesgäste wurden 2026 gezählt, 2025 waren es 50.455. Dauerkartennutzende sind darin nicht enthalten.
- Die Stadt beziffert die Einnahmen auf insgesamt 352.224 Euro. Ein entsprechend höheres Betriebsergebnis folgt daraus laut Bürgermeister Bastian jedoch nicht automatisch.
- Der Vorverkauf für die Saison 2027 beginnt am 15. Oktober. Die vergünstigten Dauerkarten kosten zunächst weiterhin 80, 45 beziehungsweise 20 Euro pro Kind.
- Bastian sieht bei den Becken dringenden Sanierungsbedarf. Für eine grundlegende Sanierung stehen Pläne in einer Größenordnung von rund sechs Millionen Euro im Raum.
Juni war stärkster Monat
Schon der Mai brachte mit 8.122 Tagesgästen deutlich mehr Besucher als im Vorjahr mit 1.309. Den Spitzenwert erreichte der Juni mit 24.735 Tagesgästen gegenüber 23.114 im Juni 2025. Im Juli wurden 15.959 Gäste gezählt, im August 16.495 und im September noch 545. Insgesamt kam das Freibad damit auf 66.616 Tagesgäste nach 50.455 im Vorjahr.
Auch der Kartenverkauf legte in mehreren Bereichen zu. Verkauft wurden 511 Dauerkarten für Erwachsene gegenüber 455 im Vorjahr und 291 Dauerkarten für Begünstigte gegenüber 255. Bei kinderreichen Familien sank die Zahl von 139 auf 119 Karten. Hinzu kamen 371 Zehnerkarten für Erwachsene und 343 für Begünstigte; 2025 waren es 284 beziehungsweise 258.
Hohe Einnahmen bedeuten nicht automatisch höheren Überschuss
Die Schwimmbadkasse nahm nach Angaben der Stadt 305.139 Euro ein. Hinzu kommen 47.085 Euro aus dem Dauerkartenvorverkauf. Zusammen ergibt das Einnahmen von 352.224 Euro.
Bastian erklärte jedoch, dass diese Summe nur begrenzt etwas über das wirtschaftliche Gesamtergebnis aussage. Bei einer stark besuchten Saison seien auch der Personaleinsatz sowie Strom- und Heizkosten besonders hoch. Endgültige Zahlen lägen noch nicht vor. Er gehe deshalb nicht davon aus, dass das Betriebsergebnis im gleichen Maß gestiegen sei wie die Besucherzahlen.
Vorverkauf startet am 15. Oktober
Ab 15. Oktober um 8.30 Uhr verkauft die Zentrale im Rathaus Dauer- und Zehnerkarten für die kommende Saison. Bis Ende Dezember kostet die Dauerkarte 80 Euro für Erwachsene, 45 Euro für Begünstigte und 20 Euro pro Kind für kinderreiche Familien. Geöffnet ist die Zentrale montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr sowie montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr.

Die Stadt startet damit zunächst zu den bisherigen Preisen. Bastian machte gegenüber Seligenstadt Kompakt allerdings deutlich, dass im Zuge der Haushaltskonsolidierung auch die Gebühren des Freibads überprüft werden sollen. Konkrete neue Preise nannte er nicht. Nach seiner Darstellung sollen gebührenfinanzierte Bereiche künftig in kürzeren Abständen überprüft werden, um steigende Personal- und Sachkosten zu berücksichtigen.
Sanierung könnte rund sechs Millionen Euro kosten
Deutlich größer als die Frage der Eintrittspreise ist die langfristige bauliche Aufgabe. Bastian sprach von „dringendem Sanierungsbedarf“ an den Schwimmbecken. Deren Grundsubstanz sei rund 60 Jahre alt. Probleme bereiteten insbesondere die Beckenköpfe, an denen Frost und Feuchtigkeit immer wieder Schäden verursachten. Eine größere Reparatur im vergangenen Jahr werde nach seiner Einschätzung noch für einige Jahre helfen.
Für eine grundlegende Sanierung existieren laut Bastian noch nicht abschließend ausgearbeitete Planungen in einer Größenordnung von rund sechs Millionen Euro. Eine Variante sieht vor, zwei Becken zusammenzuführen, die Schwimmbahnen auf 25 Meter zu verkürzen und den Sprungturm zu integrieren.
Ein Antrag auf Förderung sei zuletzt nicht berücksichtigt worden. Eine konkrete Begründung dafür kenne er nicht, sagte Bastian. Über das Bundesprogramm hätten nach seinen Angaben 40 bis 50 Prozent der Sanierungskosten finanziert werden können. Zusammen mit einem zusätzlichen hessischen Förderprogramm wäre nach seiner Rechnung eine Förderquote von 60 bis 70 Prozent möglich. Eine solche Förderung hält er für die realistische Voraussetzung, um das Freibad grundlegend in einem Zug zu sanieren.
Bei einem größeren Umbau könnten nach Bastians Angaben auch Online-Ticketverkauf, Kassenautomat und Drehkreuzlösung berücksichtigt werden. Eine isolierte Umstellung würde dagegen einen sechsstelligen Betrag kosten und nach seiner Einschätzung derzeit kein Personal einsparen: Gerade an stark besuchten Tagen könne der Eingangsbereich nicht ohne Beschäftigte betrieben werden.
Keine größeren Zwischenfälle in der Saison
Auch zur Sicherheitslage zog Bastian eine insgesamt positive Bilanz. Größere Polizeieinsätze oder gravierende Vandalismusschäden wie in früheren Jahren habe es 2026 nicht gegeben.
Bei schwereren Regelverstößen verhänge das Freibad weiterhin Haus- und teilweise Saisonverbote. Insbesondere bei minderjährigen Beteiligten werde dabei nach Bastians Angaben regelmäßig die Polizei hinzugezogen. Kleinere Konflikte und Auseinandersetzungen habe es auch in dieser Saison gegeben.
Quellen: Einhardstadt Seligenstadt vom 29. September 2026; Bürgermeister Dr. Daniell Bastian vom 1. Oktober 2026, jepu