Was vor der Haustür geschieht
Natürlich ist es interessant zu erfahren, was auf der großen Weltbühne geschieht. Angebote dazu gibt es mehr als genug. Große politische Auseinandersetzungen, internationale Krisen und weltweite Entwicklungen begegnen uns ständig – in Zeitungen und Nachrichtensendungen, auf Internetseiten, in sozialen Netzwerken und auf vielen weiteren Kanälen.
Doch ausgerechnet dort, wo das Leben der Menschen tatsächlich stattfindet, herrscht eine große journalistische Unterversorgung: in ihrer Heimat, in ihrem Zuhause, in ihrem Alltag und unmittelbar vor ihrer Haustür.
Vielleicht ist das auch ein Zeichen unserer Zeit. Politik und Medien interessieren sich häufig stärker für die großen Räder, für Ideologien, Strategien und übergeordnete Zusammenhänge als für das mühsame Klein-Klein im tatsächlichen Leben der Menschen. Dabei zeigt sich gerade dort, ob politische Entscheidungen funktionieren, welche Entwicklungen eine Stadt prägen und was sich für die Menschen konkret verändert.
Eine große Lücke für Seligenstadt
Im Sommer 2026 musste nach 14 Jahren auch die letzte lesenswerte Lokalzeitung für Seligenstadt aufgeben. Damit ist der wichtigste Eckpfeiler der lokaljournalistischen Berichterstattung über die Stadt weggefallen.
Die verbliebenen Zeitungen können diesen Platz nicht einnehmen – und haben möglicherweise auch gar nicht den Anspruch, dies zu tun. Über Seligenstadt berichten sie häufig nur am Rande. Einzelne Ereignisse finden noch statt, doch längerfristige Entwicklungen, laufende Prozesse und insbesondere die Kommunalpolitik werden nur unzureichend abgebildet.
Für eine Zeit, die sich selbst als Informationszeitalter versteht, ist das erstaunlich wenig.
Sagen, was ist
Seligenstadt ist eine lebendige Stadt. Sie ist reich an Geschichte und Kultur, reich an interessanten und engagierten Menschen und besitzt großes wirtschaftliches Potenzial sowie viele Möglichkeiten für ihre weitere Entwicklung.
Dieser Stadt und ihren Ortsteilen wird es nicht gerecht, all das unerzählt zu lassen: was Menschen auf die Beine stellen, was entschieden und geplant wird, was sich verändert, was gerade geschieht – und auch, was früher geschehen ist und bis heute nachwirkt.
Der Anspruch von Seligenstadt Kompakt ist deshalb zunächst ein ganz grundlegender: sagen, was ist.
Dazu gehört, Informationen zusammenzutragen, Zusammenhänge verständlich zu machen und Entwicklungen nicht erst dann aufzugreifen, wenn sie bereits abgeschlossen sind. Die Menschen sollen erfahren können, was in ihrer Stadt passiert und welche Entscheidungen ihren Alltag betreffen.
Mehr Raum für lokale Informationen
Der digitale Raum bietet dafür Möglichkeiten, die klassische Printmedien nur eingeschränkt hatten. Informationen müssen nicht aus Platzgründen entfallen. Sie können länger verfügbar bleiben, miteinander verknüpft und später wiedergefunden werden.
Seligenstadt Kompakt soll diese Möglichkeiten nutzen. Ohne große Redaktion und mit einfachen Mitteln soll möglichst viel von dem sichtbar und zugänglich werden, was für Seligenstadt, Froschhausen und Klein-Welzheim von Bedeutung ist.
Denn eine Stadt besteht nicht nur aus ihren Gebäuden, Straßen und Institutionen. Sie besteht aus ihren Menschen, ihren Geschichten, ihren Entscheidungen und ihren Entwicklungen. Davon zu erzählen, ist die Aufgabe von Seligenstadt Kompakt.